Historische
Ereignisse Französische
Revolution Während der Französischen
Revolution kämpften Reichstruppen unter preußischer Führung gegen
die französische Besetzung von Mainz. Bei der Belagerung und Beschießung
gerieten große Teile der Stadt in Brand. Die Ostgruppe, die Dächer
des Langhauses und der Kreuzgang des Doms wurden am 28./29. Juni 1793 schwer beschädigt
oder zerstört. Nach
dem endgültigen Zusammenbruch des Alten Reichs und des Erzbistums Mainz wehte
seit 1798 erneut die französische Trikolore auf dem Westturm. Das Militär
nutzte den beschädigten Dom als Lebensmittellager. Einen Wiederaufbau als
Gotteshaus lehnte die französische Verwaltung zunächst ab, sogar der
Abriss des Doms wurde erwogen. Im
März 1801 folgte die Versteigerung der kostbaren Inneneinrichtung. Bis auf
die Denkmäler und Altäre war der Dom weitgehend leergeräumt. Das
barocke Chorgestühl konnte später zurückgekauft und für den
Dom gerettet werden. Der
1802 als Bischof des neu gegründeten Bistums Mainz eingesetzte Joseph Ludwig
Colmar (1802-1818) konnte 1803 in Verhandlungen mit der französischen Regierung
in Paris die Rückgabe der Domkirche in kirchliche Obhut erreichen und begann
mit dem Wiederaufbau. Am 15. August 1804 weihte er die Bischofskirche wieder. Die
neue Martinus-Glocke wurde 1809 aus erbeuteten preußischen Kanonen gegossen,
die Napoleon I. dem Mainzer Bischof geschenkt hatte. Nach der Leipziger Völkerschlacht
diente das Gotteshaus 1813 den französischen Truppen auf dem Rückzug
als Lazarett. Rund 6000 Soldaten sollen hier betreut worden sein, die fast die
gesamte Holzausstattung in dieser Zeit verheizten. Erst ab November 1814 konnte
der Dom wieder für Gottesdienste genutzt werden.
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