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Barocke Dekorationen am Westturm Quelle: Sensum Wiesbaden
 
 
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Der spektakuläre Austausch der Westturmspitze im Sommer 2013 Mehr

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Derzeit finden Bauarbeiten am oberen Westturm statt.

Erster Teilabschnitt der Arbeiten am Westbau des Doms ist die Renovierung des zentralen 83 Meter hohen Westturms. Die Turmspitze wurde im Frühjahr 2010 eingerüstet. Drei Außenaufzüge und mehrere Zwischentreppen erschließen das Gerüst, dessen Material ausreichen würde, um rund 100 Einfamilienhäuser zu umfangen. Untersuchungen der Bausubstanz ergaben einen erheblichen Renovierungsbedarf, da sich beträchtliche Steinschäden zeigten. Am Westturm des Doms verschmelzen romanische und gotische Bauteile mit barocker Architektur.

Austausch der Westturmspitze

Die Schadensanalyse führte 2011 zu dem Entschluss, den oberen Abschluss der barocken Turmspitze vollständig abzutragen und durch eine originalgetreue Sandsteinkopie zu ersetzen. Die Stabilität der 22 Tonnen schweren und 7,5 Meter hohen Turmbekrönung war gefährdet. Die innen hohle Turmspitze wurde im Sockelbereich von einem eisernen Ringanker (Durchmesser ca. 1 Meter) zusammengehalten und stabilisiert. Diese Konstruktion war so stark verrostet, dass Teile des Mauerwerks aufgeplatzt waren und der Turmabschluss instabil geworden war.

Die steinerne Turmspitze entstand 1774, nachdem der hölzerne Turmhelm aus der gotischen Epoche durch den Dombrand von 1767 vernichtet worden war. Architekt war Franz Ignaz Michael Neumann, Sohn des Würzburger Baumeisters Balthasar Neumann. Die Technik, Steinmassen mit Hilfe eines eisernen Ringankers zu stabilisieren, galt seinerzeit als neuartige Maßnahme. Die in schwungvollem Barock gehaltene Kegelform der Spitze ist mit Engelsköpfen, Flammvasen und Blumenornamenten verziert. Als Abschluss wurde der in Kupfer getriebene Wetterhahn (im Volksmund „Domsgickel“ genannt) über einem Doppelkreuz montiert. Große Teile der Turmspitze waren schon einmal 1845 ausgetauscht worden.

Die neue Kopie der Spitze hat die Mainzer Dombauhütte in den Jahren 2011-2012 hergestellt. Die sieben Sandsteinquader hierfür stammen aus dem sogenannten „Kirchfurter Steinbruch“ bei Miltenberg am Main. Der rote Mainsandstein ist das für den Mainzer Dom traditionelle und charakteristische Baumaterial. Aufgrund der Größe der Steinquader mussten die Domsteinmetze ein Ausweichquartier auf der Ingelheimer Aue in Mainz (Stadtwerke Mainz) beziehen. Vorlage für die Kopie waren die Originalspitze von 1774 sowie fotogrammetrische Vermessungsunterlagen. Vom Original aus dem Jahr 1774 blieb ein Engelskopf erhalten und konnte, wie schon 1845, erneut wieder verwendet werden. Der neue Ringanker wurde in Edelstahl ausgeführt.

Der Austausch der Turmspitze erfolgte in der Zeit vom 8.-18. Juli 2013: Mit einem fast 100 Meter hohen Spezialkran der Mainzer Firma Riga wurde die in zwei Teile zersägte alte Spitze aus 83 Meter Höhe heruntergehoben. Anschließend wurde die Kopie, ebenfalls in zwei Hüben, auf den Dom gebracht und befestigt. Zum Abschluss wurde der restaurierte und neuvergoldete Wetterhahn wieder aufgestellt.

Die Erneuerung der Westturmspitze ist ein Projekt des Dombauvereins Mainz. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 500.000 Euro. Für den Austausch der Domspitze waren auch bauhistorische Voruntersuchungen durch das Institut für Bauforschung in Marburg und eine Untersuchung mittels Georadar durch die Gesellschaft für Geophysikalische Untersuchung in Karlsruhe notwendig. Das Ingenieurbüro Wacker aus Birkenfeld hatte außerdem ein Modell im Maßstab 1:40 angefertigt und im Windkanal simuliert und getestet, welche Kräfte auf die Spitze einwirken.

Nach Abschluss der Arbeiten an der Turmspitze werden noch mehrere Fialen erneuert. Es handelt sich hierbei um die spitz zulaufenden Türmchen, welche die Ebenen des pyramidenartig aufgebauten Westturms flankieren. Der Maßnahmenkatalog sieht außerdem den Austausch stark beschädigter Steinteile am übrigen Westturm vor, denn an vielen Stellen löst sich die Sandsteinersatzmasse (eine Verbindung von Sandsteinmehl und Zement), die bei der Turmsanierung in den 1970-er Jahren als geeignetes Ausbesserungsmaterial für Risse und Spalten angesehen wurde. Die Ersatzmasse muss Stein für Stein herausgelöst und alle Stellen anschließend mit Sandstein ausgefüllt werden.

Bis 2016 sollen auch der Westchor und die kleinen Flankierungstürme saniert werden.

Der "Domsgickel"

Im Zuge der Turmsanierung wurden auch Turmkreuz und Wetterhahn im Februar 2013 abgenommen und restauriert. In den Werkstätten des Dommuseums erhielt die traditionsreiche Tierfigur von 1773 zudem einen frischen Überzug aus zehn Gramm Blattgold. Am 18. Juli 2013 wurden Kreuz und Hahn wieder auf dem Turm aufgebaut.

Die Dokumente im Innern des Wetterhahns stammen aus dem Entstehungsjahr 1773 sowie aus dem Jahren 1799, 1845, 1901, 1926, 1956 und 2013.

 

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